25. Heidelberger Ernährungsforum - Drei Jahrzehnte Köpfe und Diskurse
Mit dem 25. Heidelberger Ernährungsforum lud die Dr. Rainer Wild-Stiftung im Rahmen einer Online-Jubiläumsedition ein – mit einem Blick zurück – weiterzudenken und aktuelle Herausforderungen zu gestalten. Am 24. und 25. September 2021 entwarfen über 200 Teilnehmende und 16 Referierende verschiedenster Disziplinen gemeinsam Zukunftsbilder für eine gesunde Ernährung.
Anlässlich des Jubiläums feiert die Dr. Rainer Wild-Stiftung den Stifter und die Menschen, die am Erreichten mitgewirkt haben und würdigt damit den Erfolg der letzten drei Jahrzehnte. Doch der Blick zurück oder gar das Schwelgen in der Vergangenheit fallen schwer, wenn gegenwärtige Ereignisse vollste Aufmerksam-keit einfordern. Die Auswirkungen des Fortschritts im Gestern werden hierzulande zunehmend Gegenstand wissenschaftlicher Diskurse und mit ihnen das Fundament des Wohlstandes. Weil das aktuelle Geschehen eng mit der Ernährungsweise der Industriestaaten verbunden ist, steht das „Normal“ deutscher Esskultur genauso in Frage wie die bis dato etablierten Verständnisse von gesunder Ernährung.
Das zwingt den Blick in die Zukunft. Die Gegenwart führt vor Augen, dass es un-umgänglich ist, Ernährung und Gesundheit systematisch, global und in die Zu-kunft gerichtet zu denken. Gefragt ist schnelles, verantwortliches Handeln aller mit Ernährung befassten Expert*innen – Hand in Hand und auf Basis von Fakten.
Genau diese Vision lag der Gründung der Dr. Rainer Wild-Stiftung Anfang der 90er-Jahre zu Grunde. Schon damals traten in Deutschland zunehmend Krankheiten in Erscheinung, die auf eine falsche Ernährung zurückzuführen sind. Um dieser Entwicklung etwas entgegen zu setzen, gründete der Unternehmer und Wissenschaftler Professor Dr. Rainer Wild die Dr. Rainer Wild-Stiftung für gesunde Ernährung. Sein Leitbild begriff Ernährung schon vor dreißig Jahren im Sinne der „6 Ws der gesunden Ernährung“ als Totalphänomen. Nicht nur was wir essen entscheidet über gesund oder ungesund, sondern auch wann, wo, wie, warum und mit wem gegessen und getrunken wird. Dieser Ansatz ist in der Stiftungswelt nicht nur „unique“, er ist auch aktueller denn je.
Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft setzt ein zukunftsfähiges Konzept einer gesunden Ernährung ein gesundes Ernährungssystem voraus. Für Wissen-schaft und Praxis heißt das, die unterschiedlichsten Denk- und Arbeitsweisen aller mit Ernährung befassten Disziplinen und Berufe zusammenzudenken, um die gesunde Ernährung in ihrer gesamten Tragweite gemeinsam neu auszurichten.
Die Plattform dafür möchte das 25. Heidelberger Ernährungsforum schaffen. Mit dem Ziel, den fachlichen Austausch und Wissenstransfer vieler verschiedener Sichtweisen etablierter und junger Wissenschaftler*innen zusammenzuführen, um daraus Anstöße für Forschung und Praxis entstehen zu lassen.
Die Tagung wagt eine Rundumschau auf alle Kernthemen der Stiftung und streift dabei ausgehend von aktuellen Fragestellungen alle Zeitdimensionen von Vergangenheit bis Zukunft. Denn sicher ist eines: Vieles für das „Neue Normal“ Nützliche liegt schon da und muss nicht neu erdacht werden.
Das 25. Heidelberger Ernährungsforum leiten vier zentrale Fragen
1. Wo stand/steht die gesunde Ernährung damals, heute, morgen? (Begebenheiten, Bedarfe, Fragen, Herausforderungen, Strukturen, Akteure, Bildung/Lehre, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft…)?
2. Wie stellen sich Interdisziplinarität, Diskurse, Kommunikation, Beziehungen von Wissenschaft/Multiplikatoren/Individuen/Gesellschaft damals, heute und morgen dar?
3. Wie haben sich die (interdisziplinäre) Wissenschaft und Lehre zur gesunden Ernährung sowie ihre Bedeutung/Relevanz entwickelt und wo geht es hin?
4. Wie präsent waren/sind die 6Ws der gesunden Ernährung in öffentlichen Meinungen, wissenschaftlichen Diskursen, politischen/wissenschaftlichen Forderungen, Vorgaben bzw. werden sie morgen sein?
Ausführliche Presseinformation:
PRESSEMELDUNG PDF
Programmflyer
PROGRAMM UND REFERIERENDE
Foren-Übersicht
29. Heidelberger Ernährungsforum - Wissen. Macht. Ernährung. Ernährungskommunikation im Spannungsfeld von Information und Einfluss
Früher gaben Expert*innen den Ton in Ernährungsfragen an, heute prägen soziale Medien den Diskurs. Wissen ist zwar frei zugänglich, doch nicht immer verlässlich. Algorithmen bevorzugen Inhalte, die Aufmerksamkeit erzeugen – oft zulasten der Verlässlichkeit oder Differenzierung. Das Ergebnis sind vereinfachte Botschaften und wachsende Polarisierung, die sich oft mit zielgerichteten Zuspitzungen und Fake News vermischen. Orientierung fällt schwer, Vertrauen in die Wissenschaft schwindet. Gleichzeitig wird nicht nur Ernährung aus der Systemperspektive immer komplexer, sondern auch die Gesellschaft vielfältiger – und damit wächst auch die Anforderung an eine verständliche, alltagstaugliche Kommunikation.
28. Heidelberger Ernährungsforum - Die ersten 1000 Tage Frühstart in eine gesunde Ernährung - Perspektiven und Positionen
Geburtenrückgang, Rentenlücke und Wertewandel – für die Gesellschaft sind gesunde Kinder wertvoller denn je. Deshalb stehen die Kleinen auch in den Diskursen um eine gesunde Ernährung wieder stärker im Fokus. Schon länger betrachten Medizin bzw. Primärprävention die frühe Kindheit als Phase besonderer Chancen, aber auch Risiken. Mit Blick auf die Häufigkeiten nicht übertragbarer Erkrankungen und die damit verbundenen ökonomischen Belastungen lautet das Credo der Wissenschaft: so früh wie möglich vorbeugen!
27. Heidelberger Ernährungsforum - Mehrheiten und Wahrheiten - Gewissheit im Ernährungskontext
Multiple Krisen erfordern die Neuausrichtung des gesamten Ernährungssystems hin zu einer neuen, nachhaltigeren Esskultur. Auf diesem Weg liegt der Fokus oft auf Kausalitäten und Verursachern. Narrative von „der Normalbevölkerung“ oder „den Fertigprodukten“ scheitern, weil Sie die Vielfalt der Ernährungsumgebungen und damit die der Menschen nicht abbilden. Es ist an der Zeit den Fokus auf die Umsetzung auszuweiten. Um sich dem zu nähern, braucht es viele weitere Perspektiven, die das 27. Ernährungsforum einholt und zusammenführt.
