25. Heidelberger Ernährungsforum - Drei Jahrzehnte Köpfe und Diskurse

Anlässlich des Jubiläums feiert die Dr. Rainer Wild-Stiftung den Stifter und die Menschen, die am Erreichten mitgewirkt haben und würdigt damit den Erfolg der letzten drei Jahrzehnte. Doch der Blick zurück oder gar das Schwelgen in der Vergangenheit fallen schwer, wenn gegenwärtige Ereignisse vollste Aufmerksam-keit einfordern. Die Auswirkungen des Fortschritts im Gestern werden hierzulande zunehmend Gegenstand wissenschaftlicher Diskurse und mit ihnen das Fundament des Wohlstandes. Weil das aktuelle Geschehen eng mit der Ernährungsweise der Industriestaaten verbunden ist, steht das „Normal“ deutscher Esskultur genauso in Frage wie die bis dato etablierten Verständnisse von gesunder Ernährung.

Das zwingt den Blick in die Zukunft. Die Gegenwart führt vor Augen, dass es un-umgänglich ist, Ernährung und Gesundheit systematisch, global und in die Zu-kunft gerichtet zu denken. Gefragt ist schnelles, verantwortliches Handeln aller mit Ernährung befassten Expert*innen – Hand in Hand und auf Basis von Fakten.

Genau diese Vision lag der Gründung der Dr. Rainer Wild-Stiftung Anfang der 90er-Jahre zu Grunde. Schon damals traten in Deutschland zunehmend Krankheiten in Erscheinung, die auf eine falsche Ernährung zurückzuführen sind. Um dieser Entwicklung etwas entgegen zu setzen, gründete der Unternehmer und Wissenschaftler Professor Dr. Rainer Wild die Dr. Rainer Wild-Stiftung für gesunde Ernährung. Sein Leitbild begriff Ernährung schon vor dreißig Jahren im Sinne der „6 Ws der gesunden Ernährung“ als Totalphänomen. Nicht nur was wir essen entscheidet über gesund oder ungesund, sondern auch wann, wo, wie, warum und mit wem gegessen und getrunken wird. Dieser Ansatz ist in der Stiftungswelt nicht nur „unique“, er ist auch aktueller denn je.

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft setzt ein zukunftsfähiges Konzept einer gesunden Ernährung ein gesundes Ernährungssystem voraus. Für Wissen-schaft und Praxis heißt das, die unterschiedlichsten Denk- und Arbeitsweisen aller mit Ernährung befassten Disziplinen und Berufe zusammenzudenken, um die gesunde Ernährung in ihrer gesamten Tragweite gemeinsam neu auszurichten.

Die Plattform dafür möchte das 25. Heidelberger Ernährungsforum schaffen. Mit dem Ziel, den fachlichen Austausch und Wissenstransfer vieler verschiedener Sichtweisen etablierter und junger Wissenschaftler*innen zusammenzuführen, um daraus Anstöße für Forschung und Praxis entstehen zu lassen.

Die Tagung wagt eine Rundumschau auf alle Kernthemen der Stiftung und streift dabei ausgehend von aktuellen Fragestellungen alle Zeitdimensionen von Vergangenheit bis Zukunft. Denn sicher ist eines: Vieles für das „Neue Normal“ Nützliche liegt schon da und muss nicht neu erdacht werden.

Das 25. Heidelberger Ernährungsforum leiten vier zentrale Fragen

1. Wo stand/steht die gesunde Ernährung damals, heute, morgen? (Begebenheiten, Bedarfe, Fragen, Herausforderungen, Strukturen, Akteure, Bildung/Lehre, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft…)?

2. Wie stellen sich Interdisziplinarität, Diskurse, Kommunikation, Beziehungen von Wissenschaft/Multiplikatoren/Individuen/Gesellschaft damals, heute und morgen dar?

3. Wie haben sich die (interdisziplinäre) Wissenschaft und Lehre zur gesunden Ernährung sowie ihre Bedeutung/Relevanz entwickelt und wo geht es hin?

4. Wie präsent waren/sind die 6Ws der gesunden Ernährung in öffentlichen Meinungen, wissenschaftlichen Diskursen, politischen/wissenschaftlichen Forderungen, Vorgaben bzw. werden sie morgen sein?

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Der Begriff Ernährungsumgebungen findet aktuell in der Debatte um eine zukunftsfähige und planetar gesunde Ernährungsweise in den Industriestaaten große Beachtung. Die Forderungen und Empfehlungen in wissenschaftlichen Gutachten und ähnlichen Papieren, die sich an die zuständigen Organe bzw. politischen Verantwortlichen richten, legen einen Schwerpunkt darauf. Was sich hinter dem umfassenden Charakter des Begriffes verbirgt, lässt Fragen offen. Auch, weil die normativen dichotomen Bewertungen von Ernährungsumgebungen wie "gesund", "nachhaltig oder "fair" vs. "ungesund", "nicht nachhaltig", "unfair", zu unterschiedlichen Auslegungen des Begriffs führen können. Um zielführende Konzepte für die Transformation des Ernährungssystems mit einer planetar gesunden Ausrichtung zu entwickeln, hilft es, ein adäquates Modell für Ernährungsumgebungen zu entwerfen, das interdisziplinär-wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird. Den Prozess dazu möchte das 26. Heidelberger Ernährungsforum anstoßen und begleiten.

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Anlässlich des Jubiläums feiert die Dr. Rainer Wild-Stiftung den Stifter und die Menschen, die am Erreichten mitgewirkt haben und würdigt damit den Erfolg der letzten drei Jahrzehnte. Doch der Blick zurück oder gar das Schwelgen in der Vergangenheit fallen schwer, wenn gegenwärtige Ereignisse vollste Aufmerksam-keit einfordern. Die Auswirkungen des Fortschritts im Gestern werden hierzulande zunehmend Gegenstand wissenschaftlicher Diskurse und mit ihnen das Fundament des Wohlstandes. Weil das aktuelle Geschehen eng mit der Ernährungsweise der Industriestaaten verbunden ist, steht das „Normal“ deutscher Esskultur genauso in Frage wie die bis dato etablierten Verständnisse von gesunder Ernährung.

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Das Wissen, die Möglichkeiten und der Wunsch, genussvoll sowie nachhaltig zu essen und zu trinken sind grenzenlos komplexe Geschehen, denen weder zeitliche noch räumliche Grenzen gesetzt sind. Im Gegensatz dazu ist das individuelle Handeln sehr wohl begrenzt. Aus all dem ergeben sich für die Menschen weltweit sehr unterschiedliche Lebensentwürfe, Ernährungsrealitäten und damit verbundene Gesundheitschancen. Food Well-Being unternimmt den Versuch, dieses Kontinuum einer subjektiven sowie objektiven Bewertung der physischen, emotionalen, sozialen, intellektuellen, spirituellen und selbstbestimmten Beziehung von Menschen zu Essen und Trinken zu beschreiben.

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