Heidelberger Ernährungsforum

Seit 1993 organisiert die Dr. Rainer Wild-Stiftung regelmäßig das Heidelberger Ernährungsforum.

Zucker: vom weißen Gold zur verschmähten Zutat - wissenschaftliche Erkenntnisse interdisziplinär betrachtet

21. Heidelberger Ernährungsforum
17. - 18. November 2017, Heidelberg

Über 200 hochkarätige Wissenschaftler und zahlreiche Experten aus Medizin, Ernährungswissenschaft, Industrie und Lebensmittelhandwerk diskutierten am 17. und 18. November in der Dr. Rainer Wild-Stiftung über den Einsatz von Zucker in der Ernährungsindustrie, über den Zuckerverzehr und die Bedeutung dieses Süßungsmittels bei der Entstehung metabolischer Erkrankungen. Fazit der Referenten: Der zu hohe Zuckerkonsum ist ein Problem, eine einfache Lösung ist nicht in Sicht.

„Mit dem Thema Zucker haben wir offensichtlich den Nerv getroffen“, stellte Prof. Rainer Wild bei der Eröffnung des 21. Ernährungsforums in Heidelberg fest. Erstmals waren deutlich mehr als 200 Fachleute der Einladung nach Heidelberg gefolgt, um über das Fokusthema Zucker zu informieren und zu diskutieren. Wild hob hervor: „Gerade bei einem Thema wie Zucker, bei dem die Fronten zum Teil sehr verhärtet sind, soll die Stiftung ein Ort des interdisziplinären, wissenschaftlichen Austauschs und der Begegnung sein.“

Auch die Geschäftsführerin der Stiftung, Dr. Monika Wilhelm, freute sich, prominente Vertreter der unterschiedlichsten Fachrichtungen als Referenten begrüßen zu können – darunter Mediziner, Psychologen, Ernährungswissenschaftler und Industrievertreter, aber auch Historiker und Juristen. „Die Stiftung will gesundheitsförderliches Ernährungsverhalten unterstützen und zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen“, umschrieb sie das Ziel der Veranstaltung.

Konsum bei Jugendlichen eindeutig zu hoch

Die Vorliebe für Süßes ist in unseren Genen verankert und der Absatz süßer Lebensmittel sowie Getränke boomt. Doch die Experten des Ernährungsforums waren sich weitestgehend einig, dass wir unsere Verzehrgewohnheiten dringend ändern müssen: Die Energiezufuhr durch Zucker ist in zahlreichen Ländern deutlich höher als der Energieverbrauch und diese unausgeglichene Bilanz fördert die so genannten nicht übertragbaren Krankheiten wie Adipositas (Fettsucht) und Diabetes Typ 2 in teilweise endemischem Ausmaß.

In Deutschland liegt die tägliche Energiezufuhr durch zugesetzten Zucker bei Männern sowie Frauen mit 13 bzw. 14 Prozent signifikant über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO von maximal 10 Prozent. Dabei ist der Durchschnittswert nur wenig aussagekräftig. Denn Ernährungsforscher Prof. Matthias Schulze (Deutsches Institut für Ernährungsforschung, Potsdam-Rehbrücke) konnte aufzeigen, dass die übermäßige Zuckerzufuhr nicht gleichermaßen für alle

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Foren-Übersicht

Heidelberg

Das 21. Heidelberger Ernährungsforum widmet sich dem Thema Zucker, um zur Versachlichung der Diskussion beizutragen. Namhafte Experten aus 21. Heidelberger Ernährungsforum für Ärzte und Ernährungsfachkräfte unterschiedlichen Fachgebieten von der Medizin bis zu den Grundlagenwissenschaften, von der Wirtschaft bis zur Politik konnten als Referenten gewonnen werden. So wird eine Betrachtung aus der Perspektive unterschiedlicher Fachrichtungen ermöglicht, die ein Alleinstellungsmerkmal der Dr. Rainer Wild-Stiftung darstellt.

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Tutzing

Vor dem Hintergrund der Zunahme ernährungsbedingter Erkrankungen wird es immer wichtiger zu verstehen, welche Faktoren das Ernährungsverhalten beeinflussen und wie Menschen befähigt werden können, ihre Ernährung im Alltag bedarfs- und bedürfnisgerecht zu gestalten. Die Tagung zeigt, welche Relevanz essbiografisches Arbeiten in der Praxis hat und wie es zu einem gesundheitsförderlichen Ernährungsverhalten beitragen kann. Das Forum fand am 28. und 29. September 2015 in Kooperation Prof. Dr. Christine Brombach, Leiterin der Fachstelle Consumer Science und Ernährung, Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, und Dr. Ute Zocher, selbstständige Erziehungswissenschaftlerin und Gesundheitsförderin, statt.

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Heidelberg

Nie waren wir in der Wahl unserer Lebensmittel so frei wie heute, nie waren die Diskussionen um die „richtige Ernährungsweise“ so kontrovers. Und täglich scheinen neue Trends und Empfehlungen hinzuzukommen. Gesucht wird die maßgeschneiderte Ernährung, die uns gibt, was wir uns wünschen - Gesundheit, Schönheit, Anerkennung. Experten aus Wissenschaft und Praxis diskutierten, wie sich die aktuellen Entwicklungen erklären lassen und welche Bedeutung sie für den Einzelnen und die Gesellschaft haben. Das Forum fand am 23. und 24. September 2015 in Kooperation mit der Evangelischen Akadiemie Tutzing statt.

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