Heidelberger Ernährungsforum

Seit 1993 organisiert die Dr. Rainer Wild-Stiftung regelmäßig das Heidelberger Ernährungsforum.

30. Heidelberger Ernährungsforum | 03. und 04. November 2026 | Heidelberg

Das Jubiläumsforum

Was Menschen essen, ist längst nicht mehr allein das Ergebnis individueller Entscheidungen. Ernährungspraktiken werden wesentlich durch die Bedingungen geprägt, unter denen Lebensmittel verfügbar, bezahlbar und attraktiv sind. Ernährungsumgebungen bilden damit den Kontext, in dem Ernährung stattfindet – im Alltag, in Bildungs- und Arbeitswelten, im Handel und in der Gastronomie ebenso wie in digitalen Räumen.

Vor dem Hintergrund von Polykrisen sowie eines raschen technologischen und gesellschaftlichen Wandels verändern sich diese Umgebungen grundlegend. Neuen Möglichkeiten durch Personalisierung und Digitalisierung stehen weiterhin drängende Herausforderungen gegenüber: unzureichende Strukturen, steigende Prävalenzen ernährungsabhängiger Erkrankungen sowie die Notwendigkeit nachhaltiger Ernährungsweisen.

Anlässlich des 30. Jubiläums knüpft die diesjährige Ausgabe an das 26. Heidelberger Ernährungsforum 2022 an und stellt die Strukturen und Akteur*innen in den Mittelpunkt, die Ernährungsumgebungen prägen und gestalten. Aktueller Forschungsstand, gesellschaftliche Entwicklungen und praktische Perspektiven werden hierbei zusammengeführt.

Das Besondere in diesem Jahr? Das 30. Heidelberger Ernährungsforum ist interaktiver gestaltet als in den vorangegangenen Ausgaben und bietet viel Raum, um zu diskutieren, Perspektiven auszutauschen und die Themen aktiv mitzugestalten.

Drei Leitfragen entlang der Themenachsen – Strukturen, Versorgung und Räume – strukturieren die Diskussion:

- Welche Dynamiken prägen Ernährungsumgebungen aktuell – und auf welche Wissenslücken muss reagiert werden?

- An welchen konkreten Stellschrauben muss in der Praxis angesetzt werden, um Ernährungsumgebungen fair, gesund und krisenfest zu gestalten?

- Welche Akteur*innen, Rollen, Zuständigkeiten und Allianzen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft werden hierfür benötigt?

Zur Anmeldung geht es hier: 30. Heidelberger Ernährungsforum

Foren-Übersicht

 

Früher gaben Expert*innen den Ton in Ernährungsfragen an, heute prägen soziale Medien den Diskurs. Wissen ist zwar frei zugänglich, doch nicht immer verlässlich. Algorithmen bevorzugen Inhalte, die Aufmerksamkeit erzeugen – oft zulasten der Verlässlichkeit oder Differenzierung. Das Ergebnis sind vereinfachte Botschaften und wachsende Polarisierung, die sich oft mit zielgerichteten Zuspitzungen und Fake News vermischen. Orientierung fällt schwer, Vertrauen in die Wissenschaft schwindet. Gleichzeitig wird nicht nur Ernährung aus der Systemperspektive immer komplexer, sondern auch die Gesellschaft vielfältiger – und damit wächst auch die Anforderung an eine verständliche, alltagstaugliche Kommunikation.

 

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Geburtenrückgang, Rentenlücke und Wertewandel – für die Gesellschaft sind gesunde Kinder wertvoller denn je. Deshalb stehen die Kleinen auch in den Diskursen um eine gesunde Ernährung wieder stärker im Fokus. Schon länger betrachten Medizin bzw. Primärprävention die frühe Kindheit als Phase besonderer Chancen, aber auch Risiken. Mit Blick auf die Häufigkeiten nicht übertragbarer Erkrankungen und die damit verbundenen ökonomischen Belastungen lautet das Credo der Wissenschaft: so früh wie möglich vorbeugen!

 

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Multiple Krisen erfordern die Neuausrichtung des gesamten Ernährungssystems hin zu einer neuen, nachhaltigeren Esskultur. Auf diesem Weg liegt der Fokus oft auf Kausalitäten und Verursachern. Narrative von „der Normalbevölkerung“ oder „den Fertigprodukten“ scheitern, weil Sie die Vielfalt der Ernährungsumgebungen und damit die der Menschen nicht abbilden. Es ist an der Zeit den Fokus auf die Umsetzung auszuweiten. Um sich dem zu nähern, braucht es viele weitere Perspektiven, die das  27. Ernährungsforum einholt und zusammenführt.

 

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