Die Arbeit der Dr. Rainer Wild-Stiftung

Die Dr. Rainer Wild-Stiftung ist gemeinnützig und unabhängig. Sie arbeitet operativ und auf wissenschaftlicher Basis. Mit ihren Projekten, Publikationen und Veranstaltungen stößt sie Themen an und fördert die Vernetzung und den Dialog der Akteure im Ernährungsbereich.

Unsere Arbeit

Die Dr. Rainer Wild-Stiftung arbeitet auf Basis aktueller naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, die sie durch Ergebnisse aus anderen Fachbereichen ergänzt. Eigene Forschung und Wissenstransfer bilden den Kern ihrer Arbeit. Sie regt fachübergreifende Aktivitäten an, greift aktuelle Themen auf und stellt sie ihren Zielgruppen auf Veranstaltungen, in Publikationen und online zur Verfügung. Ihre Arbeit ist ausführlich in den jährlich erscheinenden Tätigkeitsberichten beschrieben.

Im August 2004 ist die Stiftung aus ihrem ehemaligen Domizil „Neckarschlöss'l“ in den Neubau der Dr. Rainer Wild Holding GmbH & Co. KG in Heidelberg-Wieblingen umgezogen. Hier steht ihr ein modernes Conference Center zur Verfügung, in dem sie ihre Veranstaltungen durchführt.

ZU DEN TÄTIGKEITSBERICHTEN

Die 6 Ws der gesunden Ernährung

Die Ernährung dient unserem körperlichen Wohlergehen. Beim täglichen Essen sind aber auch andere Faktoren von Bedeutung: Essen ist Nahrung für die Psyche; Essen ist gebunden an Raum und Zeit; und Essen ist immer auch eine soziale und kulturelle Handlung. Aus diesem Grund hat sich die Dr. Rainer Wild-Stiftung bewusst für eine umfassende Bearbeitung des Themas entschieden – das heißt für einen breiteren Zugang, als es üblich ist und für eine Zusammenführung von Denk- und Arbeitsweisen, die häufig getrennt sind. Denn es ist nicht nur wichtig, was wir essen, sondern auch wann, wo, wie, warum und mit wem.

  • Was wir essen
  • Wann wir essen
  • Wo wir essen
  • Wie wir essen
  • Warum wir essen
  • Mit Wem wir essen

Was essen wir? Lebensmittel sollen den Körper ernähren, sprich ihn mit allen Nährstoffen versorgen, die er braucht. Doch was ist gesund und richtig? Immer mehr „gesundheitlich wertvolle“ Produkte erscheinen am Markt; immer mehr Informationen und Empfehlungen strömen auf uns ein; und immer mehr Ernährungsweisen von vegan über Paleo bis G-free wollen uns den einzig „wahren Weg“ weisen. Bei der Ernährung gibt es aber kein richtig oder falsch. Und Lebensmittel sind nicht per se gut oder schlecht. Ernährung sollte immer am individuellen Bedarf eines Menschen ausgerichtet sein, an seinem Geschmack und seinen Vorlieben. Solange wir vielfältig und ausgewogen auswählen, kann grundsätzlich die gesamte Bandbreite aller Lebensmittel ausgeschöpft werden.

Im stressigen Alltag kann Essen schnell zur Nebensache werden. Die Gesellschaft ist so mobil wie nie zuvor. Arbeitstage verlieren an Struktur, Flexibilität ist gefordert. Wann wir essen – sporadisch oder regelmäßig, nebenbei oder mit Zeit – wird eine der wichtigsten Fragen unserer Esskultur. Auch die täglichen Mahlzeiten sind betroffen: Freie Zeitfenster bestimmen, wann und was wir essen. Essen ist flexibel und spontan – angepasst an Situation, Stimmung und Motive. Dabei sollten wir aber nicht vergessen, uns auch bewusst Zeit für das Essen (mit anderen) zu nehmen.

Hier schließt sich direkt die Frage nach dem wo wir essen an. Im Alltag ist es oft nicht machbar, regelmäßig Mahlzeiten an festen Orten einzunehmen. Kleinere Zwischenmahlzeiten außer Haus helfen über den Tag, abends wird am heimischen Herd gekocht – oder auch nicht. Ebenso wie bei der Zeit wird auch die Wahl des Ortes spontaner, frei nach dem Motto „wo immer ich will, wann immer ich will“.

Auch das wie wir essen ist entscheidend. Ein zeitgemäßer und verantwortungsbewusster Umgang mit Ernährung und Essen wird immer bedeutender. Es lohnt sich, über das Essen nachzudenken, Entscheidungen bewusst zu treffen und auf den eigenen Geschmack anstatt auf strikte Diätvorschriften zu hören. Eine ausgewogene Balance zwischen gesunder Ernährung, Bewegung und Entspannung beugt vielen Erkrankungen vor und schafft Lebensqualität bis ins hohe Alter.

Warum wir essen ist vielschichtig. Wir essen aus Hunger oder aus Lust, oder weil etwas gerade verfügbar ist. Unser Essen trägt immer bestimmte Werte mit sich. Und so essen wir nicht nur Lebensmittel, sondern Regionales, Gesundes, Ökologisches oder von der Oma Gekochtes. Gerade die vielen unterschiedlichen Ernährungstrends zeigen, dass es nicht mehr DEN Menschen mit festen Einstellungen und Wertevorstellungen gibt. Aus vielen Trends übernehmen wir Teile und passen unser Verhalten individuell an. Die Verfügbarkeit an Lebensmitteln ist gegeben, die Auswahl liegt bei uns.

Mit wem wir essen spielt dabei eine zentrale Rolle. Denn neben dem körperlichen Bedarf befriedigt Essen auch andere Bedürfnisse. Gemeinsame Mahlzeiten bieten die Möglichkeit zum Austausch und pflegen die Koch-, Tisch- und Esskultur. Motive wie Höflichkeit oder Geselligkeit können persönliche Geschmacksvorlieben überlagern und tragen entscheidend dazu bei, was wir essen und was nicht.

1. Veranstaltungen

Seit 1993 veranstaltet die Dr. Rainer Wild-Stiftung einmal jährlich das an Fachkreise gerichtete Heidelberger Ernährungsforum. Es bietet Plattform, um ausgewählte Fragen aus dem Themenbereich der Stiftung interdisziplinär zu diskutieren und Lösungen weiter zu entwickeln. Die Ergebnisse zahlreicher Foren sind als Tagungsbände in Buchform erschienen und bis heute erhältlich.

Der Life Science Dialogue Heidelberg widmet sich als exklusive Abendveranstaltung einem aktuellen und zukunftsgerichteten Einzelthema der diversen Life Sciences. Mit jeweils einer Expertin oder einem Experten werden diese im kleinen Kreise und moderiert erörtert.

Ganz im Sinne der drei leitenden Merkmale wissenschaftlich, interdisziplinär, unabhängig zielt das interaktive Online-Format Tischgespräch darauf ab, die Zusammenarbeit der zahlreichen Akteure der komplexen Themenfelder Gesundheit und Ernährung zu stärken, um das gemeinsame Fortkommen nachhaltig zu fördern.

Bei den Spitzengesprächen referieren hochrangige Vertreter aus Wissenschaft und Forschung, Lehre und Beratung, Wirtschaft, Medien und Politik zu Themen mit gesellschaftspolitischer Relevanz.

Mit dem Dr. Rainer Wild Preis werden regelmäßig vorbildliche Projekte, Initiativen und Persönlichkeiten im Bereich der Ernährung ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15.000 € dotiert und wird auf Vorschlag des Kuratoriums der Dr. Rainer Wild-Stiftung verliehen.

2. Projekte

Projekte, die die Stiftung selbst, oder in Kooperation mit Partnern umsetzt, dienen in besonderer Weise der Verwirklichung des Stiftungszwecks. Durch sie können innovative Lösungsansätze aufgezeigt, Handlungsimpulse mit Vorbildcharakter gesetzt und Fragestellungen auch außerhalb des Mainstream bearbeitet werden.

3. Veröffentlichungen

Die Publikationen der Stiftung richten sich an die Multiplikatoren der Ernährung und sind als Hilfestellung für diese Zielgruppe gedacht. Die Formate umfassen Tagungsbände der Heidelberger Ernährungsforen, Berichte von internen und externen wissenschaftlichen und fachbezogenen Veranstaltungen, Experteninterviews, Bearbeitung ernährungsbezogener Themen aus interdisziplinärem Blickwinkel (Themenpapiere) sowie den Medienspiegel, der Newsletter mit aktuellsten Publikationen, Pressemeldungen o.ä., die zu Ernährung und Gesundheit im weitesten Sinne und aus den unterschiedlichen Disziplinen erschienen sind.