Lebensmittel zwischen Märkten und Meinungen

30. September - 01. Oktober 2003 in Heidelberg

Der Lebensmittelmarkt ist gekennzeichnet von widersprüchlichen Meinungen, Gerüchten, veralteten wissenschaftlichen Erkenntnissen und (un)begründeten Verbraucherängsten. In Gegensatz dazu stehen die Absatzzahlen von Lebensmitteln, die weitgehend konstante Verzehrsmuster widerspiegeln. Mit diesem Phänomen befasste sich das 8. Heidelberger Ernährungsforum, ein für Ernährungsberatung und Verbraucherbildung gleichermaßen wichtiges Thema. Im Anschluss an die Veranstaltung bot die DGF Stoess AG, Weltmarktführer in der Gelatineherstellung, allen Interessierten die Möglichkeit, im Rahmen einer Exkursion einen Einblick in die Herstellung und Verarbeitung von Gelatine zu erhalten.

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Früher gaben Expert*innen den Ton in Ernährungsfragen an, heute prägen soziale Medien den Diskurs. Wissen ist zwar frei zugänglich, doch nicht immer verlässlich. Algorithmen bevorzugen Inhalte, die Aufmerksamkeit erzeugen – oft zulasten der Verlässlichkeit oder Differenzierung. Das Ergebnis sind vereinfachte Botschaften und wachsende Polarisierung, die sich oft mit zielgerichteten Zuspitzungen und Fake News vermischen. Orientierung fällt schwer, Vertrauen in die Wissenschaft schwindet. Gleichzeitig wird nicht nur Ernährung aus der Systemperspektive immer komplexer, sondern auch die Gesellschaft vielfältiger – und damit wächst auch die Anforderung an eine verständliche, alltagstaugliche Kommunikation.

 

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Geburtenrückgang, Rentenlücke und Wertewandel – für die Gesellschaft sind gesunde Kinder wertvoller denn je. Deshalb stehen die Kleinen auch in den Diskursen um eine gesunde Ernährung wieder stärker im Fokus. Schon länger betrachten Medizin bzw. Primärprävention die frühe Kindheit als Phase besonderer Chancen, aber auch Risiken. Mit Blick auf die Häufigkeiten nicht übertragbarer Erkrankungen und die damit verbundenen ökonomischen Belastungen lautet das Credo der Wissenschaft: so früh wie möglich vorbeugen!

 

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Multiple Krisen erfordern die Neuausrichtung des gesamten Ernährungssystems hin zu einer neuen, nachhaltigeren Esskultur. Auf diesem Weg liegt der Fokus oft auf Kausalitäten und Verursachern. Narrative von „der Normalbevölkerung“ oder „den Fertigprodukten“ scheitern, weil Sie die Vielfalt der Ernährungsumgebungen und damit die der Menschen nicht abbilden. Es ist an der Zeit den Fokus auf die Umsetzung auszuweiten. Um sich dem zu nähern, braucht es viele weitere Perspektiven, die das  27. Ernährungsforum einholt und zusammenführt.

 

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