Zeit und Ernährung

In Kooperation mit der Evangelischen Akademie Tutzing und der Zeitakademieg

Zeit ist Grundbedingung unserer Lebenswelt. Nichts läuft ohne die Zeit. Insbesondere in unserer kurzlebigen, beschleunigten Gesellschaft gilt Zeit als ein teures Gut, als knapp bemessene Ressource. Das ist sicherlich ein Grund, warum gerade in den letzten Jahren das Interesse an Zeit enorm gestiegen ist. Auf der anderen Seite ist Zeit aber immer noch eine Dimension, deren Relevanz unterschätzt wird, denn Zeit läuft nebenher, unbewusst und unbeachtet.

Zeit weist eine Vielfalt auf, die es fast unmöglich macht, von Zeit im Singular zu sprechen – sie offenbart sich als lineare Uhrenzeit, abstrakte Arbeitszeit, soziale Zeit und als natürliche, naturgebundene Zeit. Sie ist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Zeit ist darüber hinaus nicht nur etwas, das wir erfahren und messen, sondern ein wesentlicher integraler Teil unserer menschlichen Natur.

Ausgehend von diesem Grundgedanken – der Mensch als zeitliches Lebewesen – beschäftigt sich die Dr. Rainer Wild-Stiftung seit 2003 mit dem Thema "Zeit und Ernährung" und untersucht zeitliche Aspekte aus dem Blickwinkel der Ernährung – und umgekehrt. Denn ebenso wie Zeit, ist auch Ernährung eine grundlegende Voraussetzung des Lebens. Diese Tatsache macht eine Untersuchung ihrer Zusammenhänge besonders interessant.

In mehreren Workshops und inzwischen zwei Heidelberger Ernährungsforen hat sich die Dr. Rainer Wild-Stiftung mit verschiedenen Aspekten von Zeit und Ernährung beschäftigt. Arbeiten aus verschiedenen Bereichen der Naturwissenschaften (insbesondere chronobiologische Aspekte), aus der Psychologie, Soziologie und den Kulturwissenschaften liefern mögliche Ansatzpunkte zur Bearbeitung dieses Themas. Die Stiftung hat das Ziel, möglichst viele Disziplinen zu berücksichtigen, um so das Thema Zeit und Ernährung ganzheitlich zu erfassen.

Das Projekt Zeit und Ernährung wurde von 2003 bis 2012 in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Tutzing durchgeführt, die sich bereits seit Anfang der 1990er-Jahre im Rahmen des Projektes "Ökologie der Zeit" mit dem Thema in Form von jährlichen Zeitakademien und Publikationen beschäftigt.

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Kooperations-Übersicht

Die eigenen Erfahrungen mit dem Essen in Kindheit, Jugend und auch im Erwachsenenalter haben einen stärkeren Einfluss auf das Essverhalten als vielleicht auf den ersten Blick zu erwarten wäre. So lassen sich besondere Vorlieben und Abneigungen meist biografisch begründen. Im Rahmen des Weiterbildungsprogramms des Berufsverbandes Oecotrophologie veranstaltet die Dr. Rainer Wild-Stiftung seit 2010 regelmäßig Seminare zum Thema Essbiografie.

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Am 23. April 2015 ist die gemeinsame Veranstaltungsreihe des Deutsch-Amerikanischen Instituts Heidelberg und der Dr. Rainer Wild-Stiftung erfolgreich zu Ende gegangen. Redner und Gäste aus unterschiedlichen Bereichen widmeten sich in verschiedenen Formaten vom Vortrag bis zum Poetry Slam spannenden Fragen rund um das Thema „Essen ist Macht“ – teils wissenschaftlich und theoretisch, teils sehr persönlich und praxisnah.

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Immer mehr Menschen wissen immer weniger über Nahrungsmittel und können nicht mehr richtig kochen. Die Folgen sind bekannt und werden auch in anderen Zusammenhängen diskutiert. Untersuchungen zeigen, dass vor allem sozial benachteiligte und bildungsferne Personen schlecht erreicht werden. Um das zu ändern, entwickelten Wissenschaftler aus neun europäischen Ländern "Food Literacy". Die Dr. Rainer Wild-Stiftung veranstaltete 2008 gemeinsam mit dem aid infodienst einen Workshop zur Entwicklung eines „Train-the-Trainer-Konzeptes“ und zur Weiterentwicklung der Materialien. 2011 folgte eine Konferenz zu den Perspektiven der Erwachsenenbildung.

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