Ernährungs-Blog

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Modellprojekt „Rettungskühlschrank“ erfolgreich abgeschlossen

Das am 8. Oktober unter dem Motto „Lebensmittelretter gesucht“ gestartete Modellprojekt der Dr. Rainer Wild-Stiftung und Kaufland wurde erfolgreich abgeschlossen.

Das Projekt „Rettungskühlschrank“ wurde vor dem Hintergrund der großen Mengen an vermeidbaren Lebensmittelabfällen in Deutschland konzipiert und richtete sich an wichtige Akteure in der Wertschöpfungskette für Lebensmittel. Inhaltlich war es an Verbraucher gerichtet und wurde im Setting Lebensmitteleinzelhandel durchgeführt. Das Konzept des Modellprojektes sah vor, dass in einem Projekt-Supermarkt diejenigen Lebensmittel zur kostenlosen Mitnahme angeboten werden, die der Supermarkt nicht mehr verkaufen möchte. Die Bereitstellung der Lebensmittel erfolgte über einen sogenannten „Rettungskühlschrank“ im Nachkassenbereich der Kaufland Filiale in Heidelberg Pfaffengrund. Das Projekt wurde umfassend wissenschaftlich begleitet.

Mit der Evaluation sollten im Allgemeinen die Chancen und Nutzen des Projektes eruiert werden. Auch die potentiellen Auswirkungen auf die Wertschätzung für Lebensmittel und das Wegwerfverhalten der Verbraucher waren von Relevanz.

Für die Erhebung wurden vor Ort Interviews mit Personen geführt, die sich Lebensmittel aus dem Kühlschrank entnommen hatten. Im Anschluss wurde eine ergänze quantitative Befragung mit Freiwilligen in der Filiale durchgeführt.

Unter anderem ergab die Analyse der erhobenen Daten, dass der Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum größtenteils sicher ist und die Verbraucher bereits für dieses Thema sensibilisiert sind. Lediglich bei Produktgruppen wie Milchprodukte, Fleisch und Wurst gab es Verunsicherungen in Bezug auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Zum Thema „Wertschätzung für Lebensmittel“ wurde festgestellt, dass diese in Deutschland gering sei und die Gesellschaft im Überfluss lebe. Das Modellprojekt „Rettungskühlschrank“ wurde im Allgemeinen positiv bewertet und befürwortet. Über diesen Zuspruch hinaus stellten die Befragten außerdem fest, dass dieses Projekt das Potential hat, sich positiv auf die Wertschätzung für Lebensmittel und das Wegwerfverhalten der Verbraucher auszuwirken. Auch die Etablierung eines solchen Projektes in vielen Filialen des Lebensmitteleinzelhandels wurde von den Befragten befürwortet.

Abschließend kann die Umsetzung des Modellprojektes als Erfolg gewertet werden, da sowohl Verbraucher als auch Akteure der Lebensmittelwirtschaft für die Thematik nachhaltig sensibilisiert werden konnten und Lebensmittel „gerettet“ wurden.

Die Daten wurden im Rahmen einer Masterarbeit erhoben und ausgewertet.

Dreyer, Jana: Chancen und Nutzen des Modellprojektes „Rettungskühlschrank“, Dr. Rainer Wild-Stiftung, Heidelberg, 2019

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