Ernährungsbildung
Bildung formt die geistigen, seelischen, kulturellen und sozialen Fähigkeiten des Menschen. Während Heranwachsende durch die Erziehung auf ihrem Weg zu Lebenstüchtigkeit und Mündigkeit Hilfen erhalten, gilt Bildung heute als lebenslange, eigentätige und selbst bestimmte Leistung. Allgemeinbildung und Ausbildung ergänzen sich.
Ernährungsbildung wurde lange Zeit gleichgesetzt mit Kochen lernen, später dann mit Ernährungslehre, die z.B. Wissen zu Nährstoffen und Körperfunktion vermittelte. Beides wurde primär in die Bildung von Mädchen und jungen Frauen integriert und auch überwiegend von diesen nachgefragt. Heute weiß man, dass Ernährungsbildung eine Kombination aus Wissens- und Wertevermittlung, sozio-kultureller Reflexion und praktischem Tun sein muss.
Da die Ernährungsbildung immer weniger in den Familien stattfindet, kommt dem Kindergarten und der Schule eine große Bedeutung zu. Entgegen vielen Bestrebungen, die Ernährungsbildung – das heißt vor allem das Fach Hauswirtschaft – aus den Lehrplänen zu streichen, vertritt die Dr. Rainer Wild-Stiftung die Ansicht, dass Ernährungsbildung Teil des Schulalltags aller Kinder und Jugendlichen sein sollte. Hierbei darf sich die Ernährungsbildung aber nicht auf naturwissenschaftliche Erkenntnisse beschränken, sondern muss auch die praktische Erfahrung fördern. Da unsere Ernährung kulturellen Mustern folgt und sich in Abhängigkeit von sozio-ökonomischen Bedingungen entwickelt, muss die Ernährungsbildung außerdem Aspekte der Esskultur mit einbeziehen.
Die Dr. Rainer Wild-Stiftung ist davon überzeugt, dass eine früh beginnende und sich dauerhaft durch die Schulzeit ziehende Ernährungsbildung wichtig ist. Denn Ernährungsbildung schafft Grunderfahrungen, legt Grundwerte fest und verhilft den Heranwachsenden, sich sozial und kulturell zu verankern. Erfahrungen mit Essen und Ernährung wurzeln in der Kindheit und sind zum Teil lebenslang prägend. Im Sinne des lebenslangen Lernens ist Ernährungsbildung auch im Erwachsenenalter sinnvoll und notwendig.
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