Ernährung und Ambiente
Dass sich die Zusammensetzung unserer Ernährung auf unsere Gesundheit auswirkt, ist wissenschaftlich belegt. Wenig Bedeutung wird allerdings immer noch den situativen, sozialen und kulturellen Elementen beim Essen zugemessen, beispielsweise wie und wo wir essen. Für uns, die wir Ernährung aus einer ganzheitlichen Sicht betrachten, sind aber auch gerade solche Fragen interessant. Um das Ernährungsverhalten des Einzelnen differenzierter zu betrachten, ist das Thema "Ernährung und Ambiente" ein Interessenschwerpunkt der operativen Tätigkeit der Dr. Rainer Wild-Stiftung.
Ziel des gesamten Projektes ist es, Ansätze zu finden, die den Zusammenhang zwischen Ambiente und dem Ernährungsverhalten – und damit auch der Gesundheit – möglichst umfassend aufzeigen. Aus diesem Grund will die Stiftung für gesunde Ernährung Anlass und Funktion, Ursache und Wirkung des Essens durch den Fokus auf das Ambiente genauer untersuchen. Gesellschaftstheoretische Aspekte sind dabei genau so relevant wie individuelle Faktoren. Im Zentrum stehen immer auch die Sinne des Einzelnen und die zentrale Frage, welche Faktoren dazu führen, dass dem Einzelnen das Essen schmeckt, warum dies so ist und wie dies letztendlich gemessen werden kann. Wichtig ist es daher auch, die theoretischen Ansätze durch naturwissenschaftliche Fakten zu untermauern.
Die Dr. Rainer Wild-Stiftung widmet sich seit Mitte 2000 der Thematik. Die Heidelberger Diplom-Psychologin Nanette Ströbele fand während ihres einjährigen Stipendiums bei der Dr. Rainer Wild-Stiftung eindeutige Hinweise, dass ein Zusammenhang zwischen der Umgebung beim Essen und dem Essverhalten besteht. Der Literaturrecherche von Ströbele folgten bisher drei Expertenworkshops zum Thema "Ernährung und Ambiente" im Stiftungsdomizil in Heidelberg. Ende 2001 stellte die Dr. Rainer Wild-Stiftungin in Nizza auf dem 7. Internationalen ARISE-Symposium (Associates for Research Into the Science of Enjoyment) "Senses, Pleasure and Health" erste Ergebnisse des Forschungsprojektes "Ernährung & Ambiente" vor.
Seit 2002 beschäftigt sich Herr Thorsten Seemüller, zunächst Stipendiat der Dr. Rainer Wild-Stiftung und seit 2004 Doktorand an der Universität Gießen, mit dem Thema "Ernährung und Ambiente". Die Ergebnisse seiner in 2005 durchgeführten Studie werden in die Dissertation einfließen. Die Studie und die Promotion werden von der Dr. Rainer Wild-Stiftung unterstützt.