Und so ging es weiter...
2005
Am 12. September 2005 nutzten die Firma Nestlé und das Dortmunder Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) die Sophie-und-Hans-Scholl-Schule als würdigen Schauplatz, um eine bundesweite Feldstudie zur Schulverpflegung vorzustellen ("optimix"). Denn eine optimierte Schulernährung ist nur dann wirklich erfolgreich, wenn sie Teil des pädagogischen Gesamtkonzeptes ist. Auf die Schule aufmerksam wurde man durch das Hessische Kultusministerium sowie durch Presseberichte zum Dr. Rainer Wild-Preis. Die Schule selbst kocht übrigens auch überwiegend nach den während der Studie zusammengestellten Gerichten, die laut Degenhardt „ernährungsphysiologisch optimiert, kostengünstig sowie küchentechnisch leicht zu handhaben sind und von den Schülern akzeptiert werden“. Interessierte können den Ordner mit den Rezepten beim FKE beziehen.
Am 11. und 12. Oktober 2005 besuchte ein dreiköpfiges Schweizer Filmteam die Schule, um die „Esswerkstatt“ in eine Sendung über Ganztagsschulen aufzunehmen. Hierbei wurde vor allem das Thema „gesunde Ernährung in der Schule“ aufgegriffen. Degenhardt berichtete, dass die Schule verstärkt zu Veranstaltungen und Diskussionsrunden eingeladen wurde, um ihr Konzept und ihre Maßnahmen im Bereich der Gesundheitsförderung im Allgemeinen sowie im Bereich der gesunden Ernährung im Speziellen zu präsentieren, so z. B. auf dem Hessentag oder dem hessischen Sportlehrertag.
Auch schulintern gab es Veränderungen. Die Zahl der Essensteilnehmer hatte sich in den Monaten nach der Preisverleihung mehr als verdoppelt. Hinzugekommen sind vor allem Abonnementesser, aber auch 35 Kinder aus der benachbarten Grundschule. Die große Resonanz ist laut Degenhardt zum einen auf die engagierte Arbeit des Küchenteams zurückzuführen, die durch die Verleihung des Preises neuen Aufschwung erhalten habe. Zum anderen haben aber auch die Erweiterung der Unterrichtsangebote im Bereich der Gesundheitsförderung sowie die enorme Verbreitung des guten Rufs der Schule einen positiven Einfluss auf die Entwicklung.
2006
Ende 2006 nahmen ca. 20 % der Schüler der Sophie-und-Hans-Scholl-Schule sowie 40 Kinder aus der benachbarten Grundschule das Angebot des Mittagstisches an, Tendenz steigend. Mit einem Teil des Preisgeldes wurde die Küchenausstattung erweitert, sodass die steigende Nachfrage bewältigt werden kann.
Auch die stark frequentierte Cafeteria konnte mit dem Preisgeld erweitert werden. So hat die Schule einen zusätzlichen Verkaufsraum eingerichtet und das Angebot um beispielsweise Joghurt und andere Milchprodukte erweitert. Hierfür wurde ein spezieller Kühlwagen angeschafft. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Dinkelwaffeln, die durch den Kauf eines professionellen Waffeleisens nun in ausreichender Menge gebacken werden können. Der Cafeteriabetrieb wurde umstrukturiert und als Wahlpflichtfach für die Klassen 7 bis 10 in den Unterricht eingebunden. Aus jedem Jahrgang sind ca. 20 Schüler neben dem Verkauf auch für den Einkauf der Lebensmittel und buchhalterische Aufgaben verantwortlich. Das Wahlpflichtfach beinhaltet außerdem Warenkunde und Kochkurse.
Auch noch fast zwei Jahre nach der Preisverleihung erhielt die Schule Anfragen zu ihrem Projekt Esswerkstatt, die nach Aussagen von Schulleiter Degenhardt auch auf die Verleihung des Dr. Rainer Wild-Preises zurückzuführen sind.