Gesund(es) Essen für junge Leute
Am 23. und 24. November 2001 trafen 120 Ernährungsfachleute an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg zur Tagung "Gesund(es) Essen für junge Leute" zusammen. Auf der Fortbildung wurde ein neues europäisches Konzept zur Ernährungserziehung vorgestellt. Die Teilnehmer vertieften anschließend aktuelle inhaltliche und didaktische Fragen in Arbeitsgruppen und diskutierten methodische Möglichkeiten zur Umsetzung. Die Pädagogische Hochschule Heidelberg (Prof. Dr. B. Methfessel, Prof. Dr. L. Jäkel) hat die Tagung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Weiterbildung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg sowie der Universität Flensburg (Prof. Dr. I. Heindl) initiiert. Unterstützt wurde die Tagung von der Dr. Rainer Wild-Stiftung.
Die Tagung "Gesund(es) Essen für junge Leute" war als Fortbildung für Lehrkräfte im Ernährungsbereich konzipiert. Auf der Veranstaltung wurde erstmals das Praxishandbuch zur Ernährungsbildung "Healthy eating for young people in Europe. A school-based nutrition education guide" vorgestellt, das zur Zeit in die deutsche Sprache übersetzt wird. Dieses Handbuch ist das Resultat einer europäischen Gemeinschaftsarbeit, die im Auftrag der Europäischen Union und der europäischen Abteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführt wurde. Eine europäische Arbeitsgruppe hat die bisherigen Erfahrungen mit der Ernährungserziehung analysiert, die Ergebnisse in einem neuen Curriculum zusammengefasst und Arbeitsmaterialien entwickelt. Nach einer Phase der Überprüfung in ausgewählten europäischen Schulen und nach einer weiteren Überarbeitung entstand das Handbuch. Ausgewählte Materialien wurden auf der Tagung in verschiedenen Arbeitsgruppen ausprobiert und diskutiert. Themenfelder waren dabei "Essen und emotionale Entwicklung", "Essgewohnheiten und sozio-kulturelle Einflüsse", "Ernährung und persönliche Gesundheit", "Herstellung und Verarbeitung von Nahrung, globaler Handel", "Nahrungsmittel und Verbraucher", "Konservierung und Lagerung von Nahrung" sowie "Nahrungszubereitung".
Trotz oder wahrscheinlich gerade aufgrund der Überschneidung mit vielen Lehrplaninhalten an baden-württembergischen Schulen ergaben sich auf der Tagung interessante, teilweise neue Perspektiven für die Ernährungsbildung und -erziehung.
Die Tagung fand im Rahmen des Projektes "Esskultur im Alltag" statt. Das Projekt läuft seit über acht Jahren an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Ziel des Projektes ist es, Ernährungskonzepte zu schaffen, die den Wandel von Ernährungsgewohnheiten berücksichtigen und dazu beitragen mangelndes bzw. fehlendes Ernährungswissen abzubauen. Neben inhaltlichen Aspekten geht es vor allem darum, einen Dialog orientierten und reflexiven Unterricht zu ermöglichen.