7. Internationales ARISE-Symposium "Senses, Pleasure and Health", 7.-10.10.2001 in Nizza, Frankreich
Dr. Rainer Wild-Stiftung stellt erste Ergebnisse des Forschungsprojektes "Ernährung und Ambiente" vor
Der Gründer von ARISE (Associates for Research Into the Science of Enjoyment) David Warburton, Professor an der Universität Reading, Großbritannien, lud Wissenschaftler und Experten verschiedener Disziplinen aus elf Nationen zum 7. ARISE-Symposium nach Nizza ein. Die Dr. Rainer Wild-Stiftung präsentierte dort erste Ergebnisse ihres neuesten Forschungsprojektes "Ernährung und Ambiente". Die im Titel des Symposiums verwendeten Begriffe "Senses" (Sinne), "Pleasure" (Freude, Vergnügen, auch Genuss) und "Health" (Gesundheit) wurden nicht willkürlich gewählt. Vielmehr bestehe laut wissenschaftlich-beratendem Komitee von ARISE ein wichtiger Zusammenhang zwischen diesen Elementen. Ziel des Symposiums war es, Beweise für diese Kausalität zu erbringen, und zwar durch einen interdisziplinären Ansatz. Vertreter aus den Bereichen der Medizin, Ernährungswissenschaft, Philosophie, Physiologie, Psychologie, Psychopharmakologie sowie der Soziologie demonstrierten in Nizza aus unterschiedlichen Blickwinkeln, welche Rolle unsere fünf Sinne – Riechen, Sehen, Schmecken, Tasten und Hören – in Bezug auf Genuss und Gesundheit spielen. Folgende Themen wurden behandelt:
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Angeborener und erlernter Genuss
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Essen, Trinken und Geselligkeit
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Vergnügen an Musik, am Berühren und an Bewegung
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Sinnesfreude und Gesundheit
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Sinnesfreude und Gesellschaft
So stellte beispielsweise Professor Gerd Kobal von der Universität Erlangen eine Methode vor, mit der sich die Gehirnaktivität während des Riechens bzw. während der Vorstellung eines bestimmten Geruches messen lässt. Dies ermöglicht Informationen über die zerebralen Zentren, die für die Sinneswahrnehmung verantwortlich sind. Vor dem Hintergrund der Einflüsse von Protestantischer Moral und Kalvinismus beschrieb Dr. Faith Fitzgerald von der University of California Davis, Sacramento, USA, die Entscheidung der amerikanischen Bevölkerung für Genuss bzw. dessen Verwerflickeit. Sie erklärte, Gesundheit sei kein körperlicher Zustand, sondern basiere vielmehr auf der Seele und dem Geist des Einzelnen. "Gesundheit ist die Fähigkeit, Genuss zu erleben, zur selben Zeit ist Genuss aber immer auch verwerflich", führte Fitzgerald weiter aus.
Aus soziologischer Sicht erläuterte Dr. Claude Fischer den Unterschied zwischen Wohlbefinden und Genuss. So werde Wohlbefinden nicht bewusst genossen, aber dennoch vermisst, wenn dieses Gefühl fehle. Genuss hingegen beschreibe die damit verbundenen Erwartungen und Rituale.
Zentraler Punkt des Vortrages "The sensory ambience of a meal" von Petra Lohse von Dr. Rainer Wild-Stiftung war das Thema gesunde Ernährung unter Berücksichtigung des Ambientes, in dem eine Mahlzeit eingenommen wird. Die Oecotrophologin betonte, dass die Bedeutung des Zusammenhangs zwischen Ambiente und Ernährung noch stark unterbewertet werde und diesem Thema in der Wissenschaft generell mehr Beachtung geschenkt werden müsse.
Auf besonderes Interesse stieß der Vortrag "Senses and Sensibility in the World of Sound" von Paul Robertson, Professor an den Kingston and Bournmouth Universities, Großbritannien, und Leiter des Medici String Quartetts. Robertson berichtete von seinen neurologischen Forschungen mit Gehörlosen und erfreute die Teilnehmer mit einer musikalischen Darbietung auf seiner Violine.
Diese Auszüge des Symposiums zeigen, wie sich die Wissenschaft dem Thema "Senses, Pleasure and Health" aus verschiedenen Richtungen nähert. Das breites Spektrum neuer Ansätze ermöglichte den Teilnehmern, neue Hintergrundinformationen zu sammeln und Ergebnisse bzw. Sichtweisen anderer wissenschaftlicher Disziplinen mit nach Hause zu nehmen.